Ernährungstrends

Lebensphilosophie oder nötiges Übel

Blutgruppendiät

Die Blutgruppendiät beruht auf der Annahme, dass Menschen mit bestimmten Blutgruppen verschiedene Nahrung unterschiedlich gut vertragen. Bei falscher Ernährung kommt es demnach langfristig zur Verklumpung bestimmter Blutbestandteile und als Folge dessen zu Krankheiten.

Vorteil:
Das bewusste Auseinandersetzen mit Lebensmitteln und der eigenen Ernährung führt oft dazu, dass insgesamt weniger Kalorien aufgenommen werden. Meist ist auch die Auswahl der Speisen gesünder.

Nachteil:
Die Theorie ist wissenschaftlich nicht haltbar. 
Vollständiges Meiden mancher Lebensmittel (z.B. Milch) führt, wie jedes andere Verbot, meist nur zu gesteigertem Appetit auf ebendieses Lebensmittel und kann Heißhungerattacken auslösen.

Unser Fazit:
Der Mensch ist extrem anpassungsfähig und verträgt, außer bei Allergien, mehr als man so denkt - unabhängig von seiner Blutgruppe. Auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift.

Formula-Diäten

Bei Formula-Diäten werden eine, zwei oder drei Mahlzeiten durch Shakes ersetzt. Die Nährstoffe sind meist optimiert und bedarfsdeckend. Teilweise können die Shakes durch kleine Snacks wie Formula-Riegel ergänzt werden.

Vorteil:
Die Shakes sind schnell zubereitet und Abwiegen oder Kalorien-Zählen entfällt.

Nachteil:
Nicht zur dauerhaften Ernährung geeignet.
Bei der reinen Ernährung durch Shakes kommt es schnell zu Heißhunger auf feste Nahrung.
Kein Lerneffekt über gesunde und ausgewogene Ernährung.

Unser Fazit:
Nur dann sinnvoll, wenn man sich mit einer Ernährungsumstellung sehr schwer tut: Ein Cut für 1-2 Wochen kann helfen mit alten Mustern zu brechen. Anschließend ist aber auch dann eine Ernährungsumstellung, die zur langfristigen Ernährung geeignet ist, unumgänglich.

Frutarismus

Frutarier leben ausschließlich von pflanzlichen Produkten, die keine Beschädigung der Pflanze, von der sie stammen, zufolge haben. Größtenteils handelt es sich um Obst, Nüsse und Samen, sowie Getreide. Manche meiden Gemüse, andere Öle oder essen nur Obst, das von selbst vom Baum gefallen ist.

Vorteil:
Hoher Ballaststoffanteil der Nahrung.

Nachteil:
Einseitige Ernährungsform die zu Mangel an Protein, Eisen, Jod, Vitamin B12, Zink und Calcium führen kann.

Unser Fazit:
Die Gefahr einen Mangel an Nährstoffen zu bekommen ist groß und die Ernährung ist sehr einseitig. Finger weg davon!

Low Carb

In der Ernährung nach Low Carb verzichtet man weitgehend auf Kohlenhydrate. Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, ... werden gemieden oder nur in kleinen Mengen verzehrt. Eiweiß- und fettreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte oder Eier werden dagegeben reichlich verzehrt.

Vorteil: 
Der Insulinspiegel bleibt tief und die Fettverbrennung läuft "ungestört".

Nachteil: 
Günstige kohlenhydratreiche Lebensmittel, wie Vollkornprodukte, Obst oder Kartoffeln werden nicht mehr zugeführt. Somit fehlt eine wichtige Quelle für Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine.
Verbote führen häufig zu Appetit auf das verbotene Lebensmittel: Die Gefahr für Heißhungerattacken ist groß.

Unser Fazit:
Einseitige Ernährungsformen werden oft nicht lange durchgehalten.

Low Fat

Fett bringt mit 9 kcal pro Gramm mehr als doppelt so viel Energie mit wie Eiweiß oder Kohlenhydrate. Es liegt daher nahe, die Fettmenge in den Speisen zu reduzieren. Einfach nur auf Fett verzichten ist aber auch nicht der richtige Weg, da der Körper bestimmte Fette benötigt um gesund zu bleiben.

 

Vorteil:
Die Energieaufnahme ist meist geringer und ungünstige Speisen wie Paniertes oder Frittiertes werden gemieden.

Nachteil:
Günstige Speisen, wie z.B. Nüsse und gesunde Öle, wie z.B. Rapsöl oder Olivenöl werden vermieden.

Unser Fazit:
Prinzipiell gut, trotzdem sollte nicht auf gute Fette aus Pflanzenölen oder Nüssen verzichtet werden.

Monodiäten

Bei Monodiäten wird über einen gewissen Zeitraum nur ein Lebensmittel (Kartoffeldiät) oder eine Speise (Kohlsuppendiät) verzehrt. Die Kalorienzufuhr liegt meistens sehr tief. Das Resultat ist eine schnelle Abnahme, die hauptsächlich auf einem großen Wasserverlust beruht. Wird nach der Diät wieder gleich wie vor der Diät gegessen, kommen die Kilos schnell wieder zurück.

Vorteil:
Das bewusste Auseinandersetzen mit der eigenen Ernährung.

Nachteil:
Sehr einseitig und nicht zur dauerhaften Ernährung geeignet.
Kaum nachhaltig, da der Jojo-Effekt in den meisten Fällen nicht ausbleibt.

Unser Fazit:
Wenn man sich ein bestimmtest Lebensmittel abgewöhnen will, ist diese Art von Ernährung sicher sinnvoll. Ansonsten: Finger weg von solch einseitigen Diäten!

Paleo-Ernährung

Die Paleo- oder auch Steinzeit-Ernährung geht davon aus, dass sich der menschliche Verdauungsapparat seit der Steinzeit nicht mehr weiterentwickelt hat und wir uns deshalb auch wie unsere frühen Vorfahren ernähren sollten: Fleisch, Nüsse und Samen, Beeren, o.ä. Kulturfrüchte wie Getreide, Kartoffeln oder Zucker gab es erst in großer Menge als der Mensch sesshaft wurde und ist unserem Körper laut Paleo deshalb fremd.

Vorteil:
Wenig bis nicht verarbeitete Lebensmittel sind generell positiv zu bewerten.
Nüsse enthalten viel gutes Fett und Ballaststoffe.

Nachteil:
Positive Lebensmittel wie Milchprodukte, Kartoffeln oder Vollkornprodukte fehlen komplett.
Auf Dauer nur unter großem Aufwand in den Alltag integrierbar.

Unser Fazit:
Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich der Verdauungsapparat seit der Steinzeit nicht mehr weiter angepasst hat. Den Grundsatz, wenig verarbeitete Lebenmsittel zu bevorzugen, unterstützen wir. Trotzdem dürfen es auch Lebensmittel sein, die wir dank Ackerbau und Viehzucht haben.

Trennkost

Das Prinzip der Trennkost basiert auf der Annahme, dass Kohlenhydrate und Eiweiß getrennt voneinander verzehrt werden sollen, da der Körper nicht beides gleichzeitig verstoffwechseln kann. Hülsenfrüchte, die beide Nährstoffe enthalten, sind in der Trennkost nicht erlaubt.

Vorteil:
Das bewusste Auseinandersetzen mit der eigenen Ernährung.

Nachteil:
Für diese Ernährungsform sprechen keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse. Der Körper ist durchaus in der Lage die verschiedenen Nährstoffe zeitgleich zu verstoffwechseln.
Essen außer Haus wird zum Problem, da viele Speisen Eiweiß und Kohlenhydrate (Spaghetti Bolognese) enthalten.

Unser Fazit:
Für das, dass nichts für diese Ernährungsform spricht, ist sie zu kompliziert. Außerdem sollten Hülsenfrüchte nicht gemieden werden, sondern regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Veganismus

Veganer verzichten streng auf alle tierischen Produkte: Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Gelatine, Leder etc. Die Ernährung ist rein pflanzlich und zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Obst und Gemüse, sowie Nüssen und Kernen aus. Die wichtigste Eiweißquelle sind Hülsenfrüchte.

Vorteil:
Die Ballaststoffzufuhr liegt über der der Durchschnittsbevölkerung, ebenso die Aufnahme von Magnesium und Vitamin E.

Nachteil:
Die Aufnahme langkettiger Omega-3-Fettsäuren ist oft sehr niedrig.
Die Calciumzufuhr ist durch den Verzicht auf Milchprodukte niedrig. Das Osteoporoserisiko ist dadurch erhöht.
Vitamin B12 kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Ohne Supplemente kommt es langfristig zum Mangel.

Unser Fazit:
Eine streng vegane Ernährung setzt gutes Wissen über Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe voraus. Nur wer pflanzliche Lebensmittel gut kombiniert und zusätzlich Vitamin B12 supplementiert, kommt auf eine ausreichende Zufuhr aller notwendigen Vitamine und Mineralstoffe. Kleinkinder, Senioren, Schwangere und Stillende sollten sich nicht vegan ernähren.

Vegetarismus

Vegetarier verzichten in verschiedenen Ausprägungen auf tierischen Produkte: Die einen meiden Fleisch und Fisch, die anderen essen kein Fleisch, dafür aber Fisch und Eier. Die Kombinationsmöglichkeiten sind groß.

Vorteil:
Der hohe Anteil an Obst und Gemüse ist sehr gesund.
Werden vielfältige Eiweißquellen genutzt (Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Tofu etc.), ist die Ernährung meist sehr ausgewogen.

Nachteil:
Vitamin B12 kommt nur in tierischen Produkten vor. Werden diese ganz gemieden, kann es zum Mangel kommen.

Unser Fazit:
Vegetarier, die sich ausreichend mit pflanzlichem Eiweiß (z.B. aus Hülsenfrüchten) ernähren und auf die Zufuhr von Vitamin B12 (z.B. durch angereicherte Zahnpasta) achten, können sich ohne Probleme fleischlos ernähren.